Design und Instrumente

Die Evaluation hat einen ausdrücklich prozessbegleitenden Charakter. Das bedeutet, dass nicht die Wirksamkeit von Sprachfördermaßnahmen beurteilt werden soll, sondern Maßnahmen und Konzepte in einer Phase begleitet werden, in der sie sich noch in der Entwicklung, Ausarbeitung und Überarbeitung befinden.
Für die Prozessevaluation wird ein teil-adaptives und flexibel angelegtes Evaluationskonzept gewählt. In einem ersten Schritt werden daher Bedarfe und Bedürfnisse der teilnehmenden Akteure in den BiSS-Verbünden erfasst und darauf aufbauend passgenaue Evaluationsdesigns entwickelt. Die Flexibilität wird somit auf der Makroebene durch einen gemeinsam, d.h. jeweils in Abstimmung zwischen Evaluator und den einzelnen Einrichtungen entwickelten, Evaluationsplan gewährleistet, in den verschiedene Evaluationspakete integriert werden können. Die angebotenen Evaluationspakete enthalten pro Schuljahr je eine Datenerhebung vor Ort, deren Auswertung Grundlage für die jeweils anschließende Rückmeldung bildet. So kann z.B. eine Schule den Wunsch äußern, ausgewählte Unterrichtsstunden mit Blick auf zuvor festgelegte Beobachtungskriterien zu videographieren und die Ergebnisse in der nächsten Rückmeldung zu diskutieren.
Auf der Mikroebene zeigt sich die anvisierte Flexibilität in der Entwicklung bzw. Anpassung der einzelnen Evaluationsmethoden an die vor Ort wahrgenommenen und kommunizierten thematischen Schwerpunkte. Daher kommt dem Einblick in die alltägliche Sprachförderpraxis in Form eines längeren Besuches zu Beginn sowie regelmäßigen Abstimmungen über Probleme, Veränderungen, Wünsche etc. ein besonderes Gewicht zu.

Ziel aller eingesetzten Evaluationsmaßnahmen ist es, die Umsetzung der jeweiligen Verbundkonzepte zu erfassen und dies den Beteiligten anschließend zu spiegeln. Dabei sollen Optimierungspotentiale und Entwicklungsprozesse über Rückmeldeschleifen v.a. in Form von Feedbackwerkstätten angestoßen bzw. befördert werden.

Für die Evaluationsdesigns sind mehrere Erhebungsinstrumente vorgesehen: Einzelinterviews mit Lehrkräften, Schulleitungen und BiSS-Koordinatoren, Gruppendiskussionen, Unterrichtsbeobachtung, z.T. mit videografischer Dokumentation, die Analyse von schriftlichen Schülerprodukten sowie eine schriftliche Befragung von Lehrkräften und Lernenden zur Qualität des Unterrichts. Darüber hinaus sollen die SchülerInnen selbst mittels eines Fragebogens zu ihrer Sprachbiografie sowie ihrer Schullaufbahn befragt werden. Die Instrumente werden an die vor Ort wahrgenommenen und kommunizierten thematischen Schwerpunkte angepasst.